Vom 08. bis 19.08. legen wir eine Sommerpause ein und sind ab dem 22.08. frisch gestärkt wieder für Euch erreichbar!

Interview Thomas Hoffmeister, fabrikado

Startups – wie aus Themenstellungen finanzierungsfähige Geschäftsmodelle werden und deren Bedeutung für Unternehmen

Technologiewerkstatt: Herr Hoffmeister, gibt es Tipps, die Sie jungen Startups mit auf den Weg geben?
Thomas Hoffmeister: Einfach mal machen. Das ist einer der wichtigsten Ratschläge, den ich für junge Startups habe. Bereit sein, flexibel zu reagieren. Entwicklungen aufgreifen – und sich nicht entmutigen lassen.

Technologiewerkstatt: Gingen Sie so an die Umsetzung Ihres Startups, der B2B-Plattform fabrikado, heran?
Thomas Hoffmeister: Ja, genau. Ziel war es, den gesamten Beschaffungsprozess radikal zu vereinfachen. Dabei sollten die Möglichkeiten digitaler Prozesse auf die industrielle Produktion von Metallbauteilen übertragen werden. Wir wussten, dass nahezu jeder Hersteller über freie Produktionskapazitäten verfügt. Diese Lücken on demand auszulasten, ist aufwändig. OEM-Hersteller beispielsweise verfügen über Restkapazitäten, die nicht systematisch zu vermarkten sind. Auf der anderen Seite ist es für Kunden zeitraubend und manchmal frustrierend, Angebote anzufordern, die dann oftmals nicht unbedingt untereinander vergleichbar sind. Für diese Probleme haben wir im Zeitalter der Digitalisierung eine Lösung entwickelt!

Technologiewerkstatt: Wer steckt dahinter?
Thomas Hoffmeister: Patrick Genkinger, Marc Eberhart und ich, Tommy Hoffmeister, bringen in unterschiedlichen Bereichen Wissen und langjährige Erfahrung mit. Patrick ist unser Techniker und hat viel Know-how in der Laserbearbeitung von Blechen und Rohren. Von der Konstruktion bis zur Produktion deckt er das gesamte Feld ab. Marc arbeitet seit 20 Jahren sehr erfolgreich IT-Lösungen aus, entwickelt Cloud- und Applikations-Services und hat eine enorme Erfahrung in der Umsetzung digitaler Konzepte. Ich stehe bei fabrikdo.com für die Strategie und die Entwicklung des Unternehmens.

Technologiewerkstatt: Wie verlief die Entwicklung Ihres Startups bisher?
Thomas Hoffmeister: Wir bündelten unsere Kräfte und legten los. Lieferanten oder Produzenten können nun durch einfaches „Anklicken“ fertigkalkulierte Aufträge generieren – einfach und quasi „en passant“ einen Auftrag mitnehmen, wenn ihre Maschine nicht ausgelastet ist. Kunden bekommen Sofort-Angebote. Das haben wir geschafft.
Dennoch: Die Entwicklung verlief, wie sie bei jedem Startup im Normalfall verläuft.

Technologiewerkstatt: Was meinen Sie?
Thomas Hoffmeister: Startups müssen bereit sein, einen einmal eingeschlagenen Weg zu ändern.

Technologiewerkstatt: Änderten Sie Ihren Weg bereits?
Thomas Hoffmeister: Ja, beziehungsweise wir haben uns auf einen weiteren Weg begeben. Wir merkten in Gesprächen mit Kunden, die wir als Lieferanten für unser Netzwerk gewinnen wollten, dass großes Interesse an unserer B2B Plattform bestand. Allerdings dachten einige vielmehr daran, unsere Plattform als Tool in interne Strukturen für eigene Lieferantennetzwerke zu integrieren. So wurden wir zusätzlich zum Software-Anbieter.

Technologiewerkstatt: Gibt es daneben Ideen, wie fabrikado.com weiterentwickelt werden könnte?
Thomas Hoffmeister: Ja, wir sind bereits an einer weiteren Idee für eine fabrikado-App für individuelle Zeichnungen und Kalkulationen.

Technologiewerkstatt: Bei so vielen innovativen Ansätzen: Wo sehen Sie fabrikado in fünf bzw. zehn Jahren?
Thomas Hoffmeister: fabrikado hat die Vision, seine Kräfte mit anderen Startups zu bündeln, um flexibel adäquate Lösungen für Unternehmen anbieten zu können. Bestenfalls gelingt es uns, ein ganzes Netzwerk innovativer Unternehmenskonzepte entstehen zu lassen. Ein erster wichtiger Step ist in diesem Zusammenhang die Gründung der Tech Startup School in Balingen vor Kurzem. Die Tech Startup School schafft eine Brücke zwischen Theorie und Praxis. In einem zweimonatigen Programm treffen mittelständische Unternehmen und gründungsinteressierte Studierende aufeinander, um gemeinsam zu realen Problemstellungen mit technologischem Hintergrund finanzierungsfähige Geschäftsideen zu erarbeiten.

 

Interview: Christine Seizinger, Contento-PR, www.contento-pr.de

 

 

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