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Martin Kober, www.aat-online.de

„Digitize or die trying“ – Chancen der Digitalisierung für den Mittelstand

Technologiewerkstatt: Herr Kober, wie begann der Digitalisierungsprozess bei AAT?

Martin Kober:

Am Anfang stand für uns die Entwicklung einer Digital-Strategie für unsere gesamte Unternehmensgruppe. Wie so häufig ging es dabei um Digitalisierung von Prozessen und Services und um Kostensenkung und daneben um möglichst signifikante Umsatzsteigerungen.

Technologiewerkstatt: Welches sind die Best Practices, die Sie uns mitbringen am 10. Oktober?

Martin Kober:

Zu diesen gehören:

  • Wie haben wir unsere Digitalstrategie aufgebaut und wie sieht der Umsetzungsplan aus?
  • Wie konnten wir einen 6-stelligen Betrag für Online-Werbung einsparen, den Umsatz dabei um 20 % steigern und gleichzeitig im Google-Ranking von Platz 45 auf die erste Seite kommen?
  • Welche Tools setzen wir im Unternehmen ein, um die Zusammenarbeit & Kommunikation konzernweit deutlich zu verbessern?

Technologiewerkstatt: Sie kennen die Herausforderungen der Digitalisierung für mittelständische Unternehmen genau. Können Sie uns die drei größten Herausforderungen kurz skizzieren?

Martin Kober:

Die erste ist die, der Ressourcen. Wieviel kann ich für Digitalisierung ausgeben und leisten? Finanziell und personell betrachtet. Viele Maßnahmen der Digitalisierung greifen nicht sofort und sind zudem schwer messbar – daher ist ein langer Atem einzukalkulieren.
Die zweite Herausforderung ist es, zu identifizieren, was das Richtige für das entsprechende Unternehmen ist und welches der gangbarste Weg der Umsetzung. Denn: Ich brauche Mitarbeiter mit einer Affinität dazu, Prozesse zu digitalisieren. Know-how, Technologien und Tools werden benötigt, mit denen sich die Mitarbeiter auseinandersetzen müssen.
Die dritte Herausforderung ist, sich im Digitalisierungsdschungel nicht zu verlieren. Deshalb ist die Strategie erforderlich. Dabei ist sinnvoll, die Betrachtung bei der Entwicklung der Strategie nach innen und nach außen zu lenken – also auch im Gesamtkontext mit dem Kunden.

Technologiewerkstatt: …und welches sind die drei größten Chancen, die die Digitalisierung mit sich bringt?

Martin Kober:

Es sind die Prozessoptimierung, die steigende Transparenz und die größere Effizienz.

Technologiewerkstatt: Können Sie die drei Chancen an einem Beispiel verdeutlichen?

Martin Kober:

Ja. AAT folgt der Strategie des schwedischen Mutterunternehmens und hat klar festgelegt: Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert. So also auch der Bereich Human Ressources. Wir wollen gerne Kritik, Anregungen, Ideen und Input aus den eigenen Reihen aufnehmen und umsetzen können. Dafür haben wir eine Art permanente Mitarbeiterbefragung implementiert. Jährliche Mitarbeitergespräche waren gestern! Wir messen die Stimmung und die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter in Echtzeit und können gezielt Maßnahmen zu Mitarbeiter- und Organisationsentwicklung einleiten. So gelingt es uns, tagesaktuell zu erfahren, wie es den Mitarbeitern geht, was momentan eher schiefläuft oder wo Entwicklungspotenziale schlummern. Das bringt uns mehr Effizienz, weil der Wert unserer Mitarbeiter steigt und sie sehr oft qualifizierter eingesetzt werden können. Unsere Mitarbeiter werden so für mehrwertschaffende Projekte mitverantwortlich gemacht und eingesetzt. Es verhilft zu mehr Transparenz, weil ich weiß, was im Unternehmen passiert. Und es dient der Prozessoptimierung, weil direkt derjenige Feedback gibt, der sich mit der Technik und den Produkten beschäftigt, also von dort berichtet wird, wo etwas entsteht.
Zudem gilt: Let´s go social nicht nur über Facebook & Co. Bei uns teilen Mitarbeiter ihre Erlebnisse, Erfolge und Herausforderungen online miteinander. Das schafft Interesse füreinander und Zusammenhalt.

Technologiewerkstatt: Wie kam es dazu, es genauso zu machen?

Martin Kober:

Das hat zweierlei Gründe: Einerseits ist diese Handlungsweise Teil des schwedischen Führungsstils der REAC AB, die AAT 2017 übernommen hat. Andererseits trägt auch der Geschäftsführerwechsel vor einigen Monaten dazu bei. Mein Lebenslauf verrät, warum mir der Einbezug des Teams so wichtig ist.

Technologiewerkstatt: Welchen Punkt Ihres Lebenslaufs meinen Sie?

Martin Kober:

So konkret kann ich das nicht sagen. Nach dem Abitur und einer kaufmännischen Ausbildung studierte ich Sportwissenschaften und Anglistik. Beim Studium der Sportwissenschaften spezialisierte ich mich bereits auf die Führung und das Training von Athleten. Als systemischer Coach vermittelte ich dann unterschiedliche Führungsstile und arbeitete auch viele Jahre im Marketing und Vertrieb großer Unternehmen. Mit Mitte 40 entschloss ich mich, den MBA in Mannheim und Paris zu machen. Danach begann ich in einem Unternehmen, das ebenfalls Rollstuhlantriebstechniken entwickelt – und nun bin ich bei AAT. Ich merkte an den unterschiedlichsten Stationen wie wichtig das funktionierende Team ist.

Technologiewerkstatt: Ganz nach dem Leitbild der AAT: Menschen machen den Unterschied?

Martin Kober:

Ja, genau. Digitalisierung sehen wir in diesem Zusammenhang nicht als Gefahr für unsere Mitarbeiter, sondern als enorme Chance für Personalentwicklung und Kompetenzstärkung – als klare Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit und unserer Positionierung als attraktiver Arbeitgeber in der Region.

Vielen Dank für das interessante Gespräch.

 

Interview: Christine Seizinger, Contento-PR, www.contento-pr.de

 

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