Vom 08. bis 19.08. legen wir eine Sommerpause ein und sind ab dem 22.08. frisch gestärkt wieder für Euch erreichbar!

Stefan-Maria Creutz

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Stefan-Maria Creutz, www.bizerba.com

Digitale Transformation im Mittelstand am Beispiel Bizerba

Technologiewerkstatt: Herr Creutz, wie denken Sie?

Stefan-Maria Creutz:

Ich liebe Technologie! Ich wende sie an, wo immer es möglich ist und kann mich für Neues völlig begeistern. In vielen Bereichen meines Lebens bin ich online. Meine Frau sagt gerne schmunzelnd, das Internet wurde für mich erfunden. Ich beschaffe mir Informationen aus dem Internet, verarbeite sie, ziehe Schlussfolgerungen daraus und optimiere dadurch Dinge, Bedarfe und Prozesse meines täglichen Lebens. Für mich ist es ganz natürlich, und es hat einen besonderen und spielerischen Reiz, so zu denken und zu handeln.

Technologiewerkstatt: Warum ist das so?

Stefan-Maria Creutz:

Wenn Sie schauen, wo ich herkomme, dann bin ich ein Digital Native – zwar nicht bezogen aufs Alter, aber geprägt durch meine Entwicklung schon seit der Schule und dem Studium. Technologie und ihre Anwendung bestimmte meine berufliche Ausrichtung. Mein bisheriges Leben habe ich, wenn Sie so wollen, Zukunft gedacht und Zukunft verkauft. Ich habe nicht nur miterlebt wie neue, riesige Märkte entstanden, sondern durfte auch ein Teil davon sein. Ich komme ursprünglich von IBM & SAP, war Geschäftsführer einer Stuttgarter Softwarefirma und habe mit der Industrie ein digitales Start-up aufgebaut. Heute bin ich bei Bizerba verantwortlich für die digitale Transformation.

Technologiewerkstatt: Was machen Sie als Digitalverantwortlicher?

Stefan-Maria Creutz:

Wichtig ist zu verstehen, dass man als Digitalverantwortlicher nicht allein transformiert. Es betrifft das ganze Unternehmen und es gibt, wohin man sieht, auch schon gute und wichtige Ansätze. Wir haben sehr gute Menschen und Fähigkeiten bei Bizerba die hierbei eine wichtige und prägende Rolle, auch als Change Enabler in diesem Veränderungsprozess spielen.

Es gibt zwei Aufgabengebiete, die man im Blick haben muss: Das eine ist die Digitalisierung der internen Prozesse des Unternehmens, das andere ist das gemeinsame Vorantreiben der digitalen Transformation der Produkte und ganzheitlicher Lösungsmodelle für die Kunden. Das hat Auswirkungen auf bestehende Geschäftsmodelle, die sich ändern. Wie wir sind von der Digitalisierung auch unsere Kunden betroffen. Digitalisierung will deshalb aus der Perspektive des Kunden gedacht werden. Dabei werden in Zukunft Technologie, wie Cloud, IoT und KI vieles, vielleicht auch alles verändern.

Technologiewerkstatt: Wie wollen Sie die internen Prozesse digital optimieren?

Stefan-Maria Creutz:

Grundlage für die Digitalisierung ist die Fähigkeit, Daten, jeder Art, einfach und strukturiert bereitzustellen. Die Basis dafür sind saubere, klare und gelebte Unternehmensprozesse. Diese werden von einer modernen IT unterstützt, um überhaupt erst die Datenpunkte und Datenservices zu ermöglichen.

Uns ist es wichtig, ein Bewusstsein für die Bedeutung von Prozessen und Daten für die Digitalisierung zu schaffen. Deswegen soll im Unternehmen vorhandenes Wissen aufgearbeitet, strukturiert und genutzt werden. Dabei sind alle Unternehmensbereiche gefragt. Die Bedeutung der Daten für die digitale Transformation soll allen bewusst werden. Ohne saubere Prozesse gibt es keine geeigneten Daten. Dabei ist das gesamte Unternehmen involviert.

Das Digital Team, das BPMO (Business Process Management Office) und die IT unterstützen den Prozess und setzen gemeinsam mit dem Unternehmen die digitalen Veränderungen Schritt für Schritt um. Das Digital Team setzt sich aus Mitarbeitern unterschiedlicher Unternehmensbereiche zusammen. Wo Menschen verschiedener Bereiche aufeinandertreffen, gibt es Impulse und es entstehen neue Ideen und Ansätze auch für zukünftige Geschäftsmodelle. Die dafür notwendigen Prozesse werden vom BPMO mit den Unternehmensbereichen organisiert, die IT fungiert mit den Systemlandschaften als wichtiger technologischer Treiber zur Automatisierung der Prozesse und Bereitstellung der Daten für die Umsetzung von Geschäftsmodellen.

Technologiewerkstatt: Und wie wird die Produktwelt Bizerbas digital?

Stefan-Maria Creutz:

Bei den Produkten arbeitet das Unternehmen kontinuierlich daran, integrierte, prozessorientierte Lösungen für die Kunden zu entwickeln. Neben unserer hervorragenden Geräteentwicklung ermöglicht die Software neue Anwendungsfälle, die sich tief in die Anforderungen und Unternehmensprozesse unserer Kunden integrieren. Ich gebe Ihnen ein Beispiel, wohin die Reise geht: Nehmen wir das intelligente Regal. Jeder kennt beispielsweise die Backwarenregale in den Supermärkten. Wir haben diese als cloudbasierte Lösung in Kooperation mit Microsoft auf der EuroCIS vorgestellt. Das Regal garantiert die Verfügbarkeit der Ware entsprechend der Besucherströme und -zeiten innerhalb des Ladengeschäfts im Tagesverlauf. Angepasst an diese Informationen wird der Backofen automatisch angesteuert, damit stets genügend frische Backwaren vorhanden sind. Um Verschwendung zu vermeiden, kann vor Ladenschluss abhängig von Restbeständen der Preis der Backwaren dynamisch angepasst und so der Abverkauf angekurbelt werden. Das ist auch ein wichtiger gesellschaftlicher Beitrag zur Nachhaltigkeit durch Vermeidung von Lebensmittelabfällen und läuft unter der Initiative „Zero Waste.“

Technologiewerkstatt: Was erwartet uns bei Ihrem Vortrag in der Technologiewerkstatt?

Stefan-Maria Creutz:

Ich werde auf die Digitalisierung bei Bizerba näher eingehen und vertiefende Ausblicke geben.

Vielen Dank für das interessante Gespräch.

 

Interview: Christine Seizinger, Contento-PR, www.contento-pr.de

 

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